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 Chronik Schmiedeberg
Schmiedeberg

Durch das Erz entstanden und gewachsen - Schmiedeberg


Fährt man, aus Dresden kommend, auf der Europastraße 55 Richtung Prag, gelangt man nach etwa 25 Kilometern in den Ort Schmiedeberg. Obschon die geschichtlichen Wurzeln bis in das 12./13. Jahrhundert zurück reichen, hat sich Schmiedeberg mit seinen 9 Teilorten – Ammelsdorf, Dönschten, Hennersdorf, Naundorf, Obercarsdorf, Oberpöbel, Sadisdorf, Schmiedeberg und Schönfeld – zu einem Regionalzentrum im Osterzgebirge mit etwa 5000 Einwohnern entwickelt.
War es in der Vergangenheit vor allem der Bergbau, der die Entwicklung prägte und beeinflusste, sind es heute mittelständische Industrieunternehmen, Handwerks- und Landwirtschaftsbetriebe. Zur modernen Infrastruktur des Ortes gehören Ärzte, Zahnärzte, Apotheke, Sparkassenfiliale, Seniorenheime, Kinderheim, Einkaufsmärkte und etliche kleinere Geschäfte. Kindergärten, Grund- und Mittelschule, Sozialstation und Pflegedienst ergänzen den Charakter des Regionalzentrums.

Gaststätten und zahlreiche Gästebetten laden ein zum Verweilen. Schmiedeberg hat dem Erholungssuchenden einiges zu bieten. Das Herz von Eisenbahnromantikern wird beim Anblick des etwa 200 Meter langen Kleinbahnviaduktes das Herz höher schlagen. Die Schmiedeberger Kirche wurde durch den berühmten Baumeister George Bähr (Baumeister der Dresdner Frauenkirche) errichtet. Durch die waldreiche Gegend kommt auch der Naturfreund auf seine Kosten. Im Gemeindegebiet hat der interessierte Besucher somit die Möglichkeit, reizvolle Naturschönheit und historisch bedeutsame Bauwerke zu entdecken.


"Bergflecken,6,6 km südlich von Dippoldiswalde" – so ist es in einem Aufsatz aus der Zeit um die Jahrhundertwende zu lesen. Dabei zählte der Ort früher sogar als Stadt, die allerdings abseits der Verkehrswege lag, denn 1825 heißt es: "Der Fremde passiert daher den Ort leicht, ohne eine Stadt darin zu ahnen".
Die Wurzeln der heutigen Großgemeinde liegen im Mittelalter und sind eng mit dem Bergbau verbunden. Der Ort verdankt sein Werden den zahlreichen Hütten, die es einst in den Tälern der Weißeritz gab. Erstmals ist 1412 in einer Verschreibung für die Freiberger Liebfrauenkirche von einem "Nuwen Schmiedewercke" die Rede. Daraus entstand später der Name Neu- Schmiedeberg, während des 30- jährigen Krieges fiel der Zusatz "Neu" weg.


Auf jeden Fall ist besagtes Hammerwerk die Keimzelle des Ortes gewesen. In der folgenden Zeit wechseln die adligen Hammer- und Grundherren mehrfach. 1695 geht Schmiedeberg jeweils zur Hälfte an die 1545 gegründete Altenberger Zwitterstock-Gewerkschaft (Zwitter ist eine alte bergmännische Bezeichnung für Zinn) und an den Freiherrn Egidius von Alemann über. Der Freiherr hat wesentlichen Einfluss auf die jüngere Entwicklung Schmiedebergs genommen. Er siedelte auswärtige Arbeiter an, und der Ort wird "merklich volkreicher". Er sorgte für den Bau einer Schule (1709 eingeweiht), der Pfarre und nicht zuletzt auch der Kirche.
Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts stagnierte die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes. Deswegen kommt ein neuer Erwerbszweig auf: die Strohflechterei. Es ist jene Zeit, in der Schmiedeberg sein Stadtrecht verliert. Nach 1833 erscheint der Ort auf den meisten Karten nur noch als Dorf. Die Gründe für diese Veränderung sind bis heute unbekannt, weil eine entsprechende Akte fehlt. Deswegen hält sich noch immer das Gerücht, Schmiedeberg habe sein Stadtrecht in jenen Notjahren verkauft- eine unwahrscheinliche Legende, denn das sächsische Recht sah nie eine solche Möglichkeit vor.


1846 wird die Straße Dresden- Altenberg gebaut, die sich vorteilhaft auf die Entwicklung Schmiedebergs auswirkt. In ihrer Folge entsteht manches Neue, das bis heute nachwirkt und vom erneuten wirtschaftlichen Aufschwung zeugt: Seit 1855 gibt es eine Post, seit 1873 eine Sparkasse. Seit 1882 ist der Ort über die Kleinbahnstrecke nach Hainsberg mit dem deutschen Eisenbahnnetz verbunden. 1887 entsteht die erste Ortskrankenkasse. 1899 erhält Schmiedeberg einen Fernsprechanschluss, die Freiwillige Feuerwehr wird gegründet. Bis heute gehört sie zu den aktivsten Vereinen im Ort. 1908 beginnt der Bau der heutigen Mittelschule, 1922 wird auf der Hammerwiese ein Bad eingeweiht. 1930 findet auf der Sprungschanze im Lattengrund der erste Wettkampf statt.
Nach dem II. Weltkrieg kommt die kommunale Entwicklung nur langsam in Gang: 1949 wird im Gasthof ein Kino eröffnet. 1953 beginnt der Bau neuer, kommunale Wohnhäuser. 1969 erfolgt die Einweihung des "Martin-Luther-King-Hauses" als Rüstzeitheim des Bundes der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in der DDR.

Seit 1990 hat sich in Schmiedeberg Vieles verändert. Die Gemeinde verfügt über zwei mittelständische Industrieunternehmen mit insgesamt etwa 220 Mitarbeitern. Rund 380 Beschäftigte arbeiten in den Handwerksbetrieben des Ortes. Zwei neu entstandene Einkaufsmärkte und kleinere Geschäfte halten ein reichhaltiges Angebot bereit. Für die medizinische und soziale Versorgung stehen drei Ärzte, drei Zahnärzte, eine Apotheke, zwei Sozialstationen und ein Altenpflegeheim zur Verfügung.
Die Schmiedeberger Schule wird von etwa 400 Kindern besucht. Der Kindergarten verfügt über ca. 80 Plätze, die derzeit nicht alle belegt sind. Sparkasse und Raiffeisenbank unterhalten im Ort Filialen.

Weltweit bekannt ist die Dresdner Frauenkirche. Bisher nicht ganz so bekannt ist die Kirche „Zur Heiligen Dreieinigkeit“ in Schmiedeberg. Gemeinsam ist beiden Kirchen ihr berühmter Baumeister: George Bähr. Die Schmiedeberger Kirche wird, da sie 1713 – 1716, also vor der Dresdner Frauenkirche, errichtet wurde, gerne als das „Gesellenstück“ Bährs bezeichnet. Der Baumeister nahm hier Konstruktionen voraus, die er später beim Bau der Frauenkirche weiter entwickelte. Bei einem Besuch der Schmiedeberger Kirche lassen sich die Frömmigkeit und Heimatverbundenheit ihres Baumeisters erkennen.

Schmiedeberg – historisch gewachsen – modern orientiert – ein schönes Stück Deutschland!

Veranstaltungen in Schmiedeberg

 
   
30.April 2008 . Maibaumstellen
19.- 22 Juni 2008 Schmiedeberger Sporttage 
 
 


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Update: 28. Mär 2008

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