 |
|
Sri Lanka - ein Jahr nach dem Tsunami
Stand der Realisierung des Hilfsprojektes RLP-041 „Wiederaufbau von Wohnhäusern in Weligama ......
Das Leben auf Sri Lanka hat sich
nach der verheerenden Katastrophe
wieder normalisiert. Wie ich zum
Neujahrsempfang bereits berichten
konnte, sind die Hilfsaktionen in vollem
Gange. Neue Häuser entstehen
als Ersatz für verloren gegangene
Wohnungen. Aber überall entlang der
Küstenstraße kann man noch die
Spuren der Verwüstungen sehen.
Das Ziel unserer Reise war: Kontakt
herstellen mit Betroffenen und den
Verantwortlichen der Jayawickreme
Foundation die unsere Spendenmittel
verwalten und diese zum Wiederaufbau
einsetzen. Dazu wollten
wir vor Ort die Mittelverwendung prüfen
und uns ein eigenes Bild von der
Lebenssituation machen, sowie bei
Bedarf gegebenenfalls neue Initiativen
ausloten. Im Ergebnis können
wir feststellen, dass von den 16 geplanten
Häusern mehrere rohbaufertig
sind. Die Häuser werden nicht
zentral an einer Stelle errichtet, sondern
sind weit auseinandergezogen
Sri Lanka - ein Jahr nach dem Tsunami
Stand der Realisierung des Hilfsprojektes RLP-041 „Wiederaufbau von Wohnhäusern in
Weligama
und werden entsprechend den jeweiligen
Grundstücksverhältnissen
angepasst errichtet. Die Baustellen
befinden sich meist entlang der Uferstraße
im Gemeindegebiet von
Weligama. Teilweise sind die Fundamente
errichtet, teilweise geht der
Baufortschritt bis zur Rohbaufertigstellung.
Die Häuser sind ca. 50 m²
groß, haben 1 Wohnraum, Küche und
2 Schlafräume sowie Toilette von innen
oder außen begehbar. Individuelle
Bedürfnisse der Familien werden
beim Wohnungszuschnitt
berücksichtigt. (z. B. größerer Wohnraum
und dafür nur 1 Schlafzimmer).
Die Familien sind voll Dankbarkeit
und sehr freundlich. Auffallend ist,
dass trotz der notdürftigen Lebensverhältnisse
die Betroffenen auf Sauberkeit
achten.
Viele leben noch in Notunterkünften
unter menschenunwürdigen Bedingungen.
Das sind Wellblechbaracken,
in denen es sehr heiß ist.
Das Anzusehen und zu erleben ist für
uns sehr bedrückend. Kleine Kinder
und Hunde spielen im Vorhof und entspannen
die verkrampfte Atmosphäre
ein wenig. Den Erwachsenen ist
anzusehen, dass sie sich unwohl fühlen.
In ihren Gesichtern sieht man Hilflosigkeit,
teils Verzweiflung. Manchmal
mischt sich ein hoffnungsvolles
Lächeln in den Gesichts-ausdruck,
denn sie verbinden mit unserem Besuch
auch ein Stück Hoffnung auf
Besserung. Die Vergabe und Auswahl
der Familien, denen über unsere
Spenden geholfen wird, erfolgt nach
Listen der Betroffenheit über die Behörden
vor Ort.
Es ist erkennbar, dass keine Luxusbauten
errichtet werden. Der Einsatz
der Mittel erfolgt auch im Kontext zum
sozialen Umfeld der Betroffenen. Land
wird von den staatlichen Stellen bereitgestellt,
wenn kein eigenes Land zur
Verfügung steht. Es wird einheimisches
Baumaterial verwendet und
Handwerker von Weligama eingesetzt.
Die Jayawickreme Foundation ist der
Gewährträger für den ordnungsgemäßen
Einsatz und Verwendung der Mittel.
Diese Stiftung organisiert über die
Tsunami-Hilfe hinaus weitere soziale
Hilfsprojekte auch im Landesinneren.
Zur Zeit gibt es nur wenige abgeschlossene
Projekte. Auch bei anderen
Spendeneinsätzen von Firmen
wie Porsche und Siemens ist der
Baufortschritt meist erst bis zum
Rohbau gediehen. Unser Eindruck
war, dass die Mittelverwendung
zweckentsprechend erfolgt. Wir stehen
weiterhin mit Frau Loos von der
Jayawickreme Foundation in Verbindung
und werden die Kontakte aufrechterhalten,
um über den Baufortschritt
zu berichten.
|
|
Eingereicht in Zuschriften von Gemeindeamt am Donnerstag, 09. Februar 2006
|
|
 |
vorheriger/nächster Artikel  |
add2del.icio.us
|