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Bimmelbahn: Neuer Planer soll’s richten
Wiederaufbau. Ipro aus Dresden hat den Auftrag nicht mehr. Jetzt soll ein Vier-Mann-Büro aus Bannewitz ran. Ein Wechsel mit Rätseln.
Mit jedem Tag wird das Warten kürzer. Das zumindest wurde den Freunden der Weißeritztalbahn versprochen. Im November 2007, also in weniger als 20 Monaten, soll die Bimmelbahn wieder von Freital nach Dippoldiswalde schnaufen, sagen die BVO Bahn GmbH und der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO). 2008 werde die Strecke bis Kipsdorf hergestellt sein. Baustart ist nach VVO-Angaben in diesem Sommer – und damit wohlgemerkt fast zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich, der vor der Landtagswahl 2004 mit viel Pomp zelebriert wurde.
Doch mittlerweile mehren sich kritische Stimmen, die an diesem Zeitplan zweifeln. „Baubeginn ist definitiv nicht vor dem 1. März 2007“, sagt ein Planer, der mit komplexen Vorhaben wie die Weißeritztalbahn vertraut ist. Laut BVO Bahn GmbH ist zurzeit noch nicht einmal die Leistungsphase 2 (Vorentwurf) abgeschlossen. Bis die Bagger rollen können, gilt es fünf weitere Phasen (siehe Kasten) zu bewältigen. Allein für das Erstellen von Ausschreibungs-Unterlagen gehen in der Regel drei Monate drauf, weitere zweieinhalb Monate seien für die Ausschreibung und die Wertung der Angebote notwendig.
„Letztlich steht und fällt alles mit der Baugenehmigung“, sagt der Planer. Ob eine Baugenehmigung für die gesamte Strecke sein muss, ist unterdessen unklar. Es handelt sich grundsätzlich um Reparaturen. In seiner Februar-Ausgabe zitiert die Fachzeitschrift Eisenbahn-Kurier andere Experten, die einen Baubeginn in diesem Jahr ebenfalls für „unwahrscheinlich“ halten.
BVO-Geschäftsführer Roland Richter lässt solche Einwände nicht gelten. „Wir liegen im Plan“, sagt er, ohne Einzelheiten zu nennen. Nur kleinlaut geben BVO und VVO zu, inzwischen mit einem neuen Planer zusammenzuarbeiten. Ursprünglich bekamen Ipro aus Dresden und das Ingenieurbüro Fuchs aus Chemnitz den Auftrag für die Leistungsphasen 1 und 2, mit der Option, weiterführende Aufträge zu erhalten. Doch stattdessen wird jetzt auf das Vier-Mann-Büro d-consult von Reinhard Dietze aus Bannewitz gesetzt. Er übernimmt die Koordinierung des 20-Millionen-Euro-Projekts. „Professor Dietze hat viel Erfahrung bei Verkehrsvorhaben und er hat einen Baustart in diesem Jahr zugesichert“, sagt VVO-Sprecher Axel Bergmann.
Kein Wort dazu, ob Ipro das Honorar in die Höhe treiben wollte, wie es in Kleinbahnerkreisen kolportiert wird. Auch lässt sich niemand zu einem Urteil über die Qualität der bisher erbrachten Planungsleistungen hinreißen. Eine Ipro-Sprecherin indes hält den Wechsel für etwas Normales. Die Firma habe eben bei der zweiten Runde nicht das günstigste Angebot abgegeben. Das Honorar sei im vereinbarten Rahmen gewesen.
Wer sich um die eigentliche Planung kümmert, bleibt unklar. Dietze bestätigt lediglich, dass zum 1. März zwei neue Büros gebunden worden sind. Damit es schneller vorangeht, könne er sich vorstellen, noch ein weiteres Team an den Start zu schicken. Seine eigene Aufgabe bestehe darin, die Ausschreibungen für den Bau ordentlich vorzubereiten. Eine Baugenehmigung, die kostbare Zeit kosten würden, wird nach Einschätzung des Experten nicht nötig sein. Dietze: „Wir bauen im Bestand auf.“
Quelle: SZ-Online.de
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Eingereicht in Zuschriften von Gemeindeamt am Dienstag, 14. März 2006
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